Stellungnahme der ASJ RE/HER zu den Ereignissen des Abends des 10.09.11 als VeranstalterInnen von “Raven gegen Deutschland”

Stellungnahme der Anarchistisch Syndikalistischen Jugend Recklinghausen/Herne zu den Ereignissen des Abends des 10. Septembers 2011 als VeranstalterInnen von “Raven gegen Deutschland”

Am Abend des 10. Septembers 2011 wurde von der Anarchistisch Syndikalistischen Jugend Recklinghausen/Herne in den Räumlichkeiten des Alternativen Kulturzentrum Recklinghausen e.V. auf der König-Ludwig-Straße eine Party unter dem Motto “Raven gegen Deutschland” veranstaltet. Zweck der Veranstaltung war das Sammeln von Spenden, die der Unterstützung des Protestes gegen die Einheitsfeierlichkeiten und die NRW-Tage am Wochenende des 1. bis 3. Oktober 2011 in Bonn zugutekommen sollten.

Die Veranstaltung war mit rund 170 Gästen gut besucht, die Stimmung ausgelassen und heiter. Um 23.50 Uhr erschien die Polizei am Veranstaltungsort, um dazu aufzufordern die Lautstärke zu senken, da Beschwerden über Ruhestörung eingegangen seien. Weil in den Räumlichkeiten des AKZs häufig Konzerte, Partys etc. stattfinden, die ähnlich vieler Veranstaltungen andernorts auch bis in die Morgenstunden andauern, war dies nicht ungewöhnlich. Bis zu diesem Abend hatte sich deswegen noch kein größerer Konflikt mit der Polizei ergeben. Der Aufforderung der Polizei wurde Folge geleistet und das Musikprogramm in geringerer Lautstärke fortgesetzt.

Gegen 1.10 Uhr kam es zum zweiten Einsatz der Polizei, der diesmal mit dem Anrücken von 10 Streifenwagen völlig unverhältnismäßig ausfiel. Ohne ersichtlichen Grund wurden dabei zwei Personen unter Einsatz von roher körperlicher Gewalt und Pfefferspray in Gewahrsam genommen. Die Betroffenen wurden von dieser willkürlichen Maßnahme der Polizeibeamten so überrascht, dass ihnen die im Nachhinein vorgeworfenen Widerstandshandlungen nicht im Entferntesten möglich gewesen wären. Erst in Folge dieser Geschehnisse wurde die Veranstaltung durch die Polizei aufgelöst. Zuvor erfolgten keinerlei Aufforderungen durch die Polizei.

Wie sind diese Ereignisse zu bewerten?

Das AKZ Recklinghausen bietet als unabhängiges Kulturzentrum Menschen die Möglichkeit sich in die Gestaltung des hauseigenen Vereins sowie der Nutzung der Lokalitäten aktiv einzubinden. So werden dort in Eigeninitiative der Beteiligten Veranstaltungen wie Lesungen, Kunstausstellungen, Konzerten und Partys als auch eine wöchentlich stattfindende vegane Volxküche oder gemütliche Abende am Tresen organisiert.
Diese Möglichkeiten nahm auch die Anarchistisch Syndikalistische Jugend Recklinghausen/Herne mit der Veranstaltung der Party “Raven gegen Deutschland” wahr.

Anders als es die Polizeipresse wiedergibt tummelte sich im AKZ an diesem Abend keineswegs ein tobender Mob, der darauf aus war die Nachbarschaft in Atem zu halten, sondern lediglich friedlich feiernde Jugendliche. Von der Veranstaltung ging keinerlei Gewaltpotential aus, sondern allerhöchstens ein erhöhter Lärmpegel, der dem etlicher anderer Konzerte und Partys an einem Samstagabend glich.

Umso verwunderlicher ist es, dass die Polizei eine derart eskalierende Verhaltensweise in einer Situation an den Tag legte, die auch deutlich zu ihren Missgunsten hätte enden können, wären die VeranstaltungsteilnehmerInnen wirklich so renitent aggressiv aufgetreten, wie es nun in der Öffentlichkeit versucht wird darzustellen. Offenbar schien aber der Zusammenhang, in dem die Veranstaltung stand, für die Recklinghäuser Polizei ausschlaggebender zu sein als die eigentliche Zustand vor Ort.

Emanzipatorische Entwicklungen gehen seit jeher aus gesellschaftlichen Dialogen hervor – aber immer wieder wird deutlich, dass der etablierte Protagonist mittlerweile einen Monolog führt und jede Frage, die er stellt, höchstens eine rhetorische ist.





Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:
/favicon.ico” type=”image/x-icon” />