Teilnehmerinnen und Teilnehmer,
Genossinnen und Genossen,
wir, die Anarchistisch- Syndikalistische Jugend NRW, heißen euch herzlich willkommen auf der antinationalen, libertären Vorabend-Demonstration anlässlich des morgigen “nationalen Antikriegstages”, den die Dortmunder Neonazis bereits zum fünftenmal veranstalten wollen.
UnsereDie heutige Demonstration steht unter dem Motto: Nationalismus überwinden, Grenzen einreißen – gegen Herrschaft, Volk und Vaterland.

Warum „Nationalismus überwinden!“?
Betrachtet man die gegenwärtige Situation erkennt man, dass Staaten als Instrument zur Konkurrenzschaffung im kapitalistischen System dienen. Nationalismus erfüllt den Zweck Bürgerinnen und Bürger eines Staates an diesen zu binden. Eine solche Loyalität gegenüber ihrem Staat äußert sich dann zum Beispiel durch die (stillschweigende) Akzeptanz von Kürzungen bei Sozialleistungen, Hinnehmen von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Leistungsdruck, krasser Einschnitte im Bildungssystem und sogar der Hinnahme des Abbaus hart erkämpfter Arbeitsrechte.
Im schlimmsten Falle sogar die Hinnahme und Teilnahme an Kriegen, sei es in Form von Auslandseinsätzen der Bundeswehr, oder der eigenen Beteiligung als SoldatIn.

Auch in diesem Land stellt sich eine hohe Loyalität der Arbeiterinnen ALS Bürgerinnen und Bürger zum Staat zur Schau.

Die in Deutschland lebenden Menschen erleiden (unter anderem) durch die Agenda 2010 starke soziale Repressionen. Diese werden beinahe bedingungslos hingenommen. Im Vergleich zu anderen Staaten auch und zuletzt innerhalb der EU ist der Widerstand auch gegen solche Maßnahmen kaum wahrnehmbar. Das liegt nicht zuletzt an dem vom DGB gepredigten Konzept der Sozialpartnerschaft und dem fehlen von Basisgewerkschaften wie sie die Freie Arbeiterinnen Union darstellen, die gerade um ihre Anerkennung als Gewerkschaft kämpft.

Vieles lässt erkennen, dass die Bedürfnisse und Interessen der Menschen nicht mit denen von Staat und Kapital in Einklang stehen und auch nicht stehen können. Als Beispiele seien hier die eingeplante Arbeitslosigkeit, das zum gehorsam erziehende Bildungssystem, die ökologischen Krise und nicht zuletzt die Existenz von Kriegen, aufgeführt.
Jedes mal wenn die Menschen ihre Hoffnung auf Verbesserung in die Hände des Staates und dessen PolitikerInnen legen, ernten sie nichts als leere Versprechungen. Trotz alledem bindet sie ihr nationales Pflichtgefühl an ihr bedingungsloses Vertrauen in ihren Staat.
Der Anspruch auf Verbesserungen der individuellen Lebenssituationen wird nicht zum Gegenstand des eigenen Kampfes gemacht, sondern wird weiterhin auf Parteien und Wahlen verschoben.
Immer und immer wieder die gleiche Laier.
So wird Verantwortung abgegeben.
Das Leben fremd diktiert.
Selbstbewusstsein in die eigene Person und die eigenen Fähigkeiten zerstört.
Grenzen einreißen!
Es ist Zeit, dass wir unsere eigene Stärke erkennen und sie einsetzen, um uns selbst zu verwalten und uns nicht länger verwalten zu lassen.
Der Anfang erfordert kleine Schritte.
Den Anfang machen wir indem wir uns selbst organisieren: In Betrieben, Schulklassen, an der Uni und im Stadtteil.
Unser alltägliches Leben spielt sich in diesen Umfeldern ab – dort müssen wir aktiv werden.
Dort wo sich unsere Gemeinsamkeiten herauskristallisieren, wird die gemeinsame Selbstorganisation unserer Lebensbereiche auch möglich. Solidarität mit anderen selbstverwalteten Strukturen ist unsere Waffe gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Zwang. Vor allem eine Vernetzung über Staatsgrenzen und nationalistische Dogmen hinaus bringt uns Vorteile, von der jede und jeder in seiner jeweiligen Lebenssituation profitiert. Basisdemokratische und selbstverwaltete Strukturen stehen so im Widerspruch zu kapitalistisch-nationalistischen Interessen. Die Utopie, die wir anstreben, entledigt sich jeglichem Konkurrenzdenken und macht Grenzen, vor allem in den Köpfen der Menschen, überflüssig. Um unsere Bedürfnisse und Interessen zu befriedigen, ist die Aufhebung der staatlich orientierten Produktionsweise und deren Schutz notwendig. Nur eine grenzübergreifende Produktion in basisdemokratischer Selbstverwaltung, die im freiwilligen Austausch anstatt in Konkurrenz zueinander stehen, entwickeln das Potential Nationalismus und Kapitalismus zu überwinden. Mit der Maxime, jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen treten wir heute hier an.
Kein neuformierter Staat, ob links oder rechts, kann diesen Ansprüchen gerecht werden.
Ob linker oder rechter Nationalstaat – der Konkurrenzdruck bleibt.
So stehen auch die Menschen in unmittelbarer Konkurrenz, die Konflikte und Kriege unvermeidbar erscheinen lässt.
Nur die Abschaffung von Staat und Kapital bringt den Ausweg aus der Misere.
Wir wollen nicht warten.
Wir wollen uns jetzt selber organisieren!
Fernab nationalistischer Vorstellungen eines gerechten Staates.
Selbstorganisation, Basisdemokratie, Unabhängigkeit sind der Weg in die Freiheit!
In unserer aller Freiheit!




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